VDMD e.V. - Netzwerk deutscher Mode-und Textildesigner

Erstes Symposium für Mode und Textil: im Dialog mit der Politik – Mode und Textil zu Gast im BMWi in Berlin

Geschrieben am: 27.09.2016

Am Mittwoch, 21.September 2016, trafen sich 6 Persönlichkeiten der Modebranche
mit 6 Persönlichkeiten der Kreativ-Wirtschafts-Politik
zum ersten Dialog
im Bundes-Wirtschaftsministerium Berlin

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Ihre Geschäftsführerin Mara Michel war dabei.

Nach einer Vorstellungsrunde wurde äußerst lebhaft darüber diskutiert, was die Branchenvertreter seitens der Politik wünschen und wie sich Industrie und Designer besser verständigen können. Zudem wurden Probleme angesprochen, die KMU´s haben aus der Industrie und Solo-Selbständige Kreative.

Folgend die 3 am häufigsten genannten Probleme.

Problemstellung 1
Schnell wurde klar, dass Designer und Industrie verschiedene Sprachen haben
und erst die Sprache des anderen verstehen lernen müssen.

Fakt ist, dass 85 % der KMU´s noch keine Designleistung abholen und dass es notwendig ist, die Gründe dafür zu analysieren und die Firmen mit Designern zusammenzubringen.

Design in der Mode bedeutet, dass der professionell geschulte Designer erkennt, welche Handschrift für eine Konfektions-Firma für dessen Kundenzielgruppe die Richtige ist,  welcher Stil sich deutlich vom Mitbewerber unterscheidet und daraus eine Kollektion entwickelt, mit der sich der Kunde abgeholt fühlt und gerne kauft.

Das liest sich einfach, wird jedoch selten so umgesetzt.
In den meisten Firmen wird monatlich analysiert, was ist „ gut gegangen“
und diese Modelle werden in der Hoffnung variiert,dass sie weiterhin gut laufen.

Das Ergebnis ist eine immer gleiche Optik, die sich der Optik anderer Firmen mehr und mehr angleicht. In Folge haben wir inzwischen einen Einheitsbrei, der die Kunden langweiltund zu keinen Käufen mehr animiert.

FAZIT
Die Kreativen wünschen sich von den Politikern, die KMU´s mit den Kreativen an einen runden Tisch zu bringen,um die gegenseitigen Erwartungen zu definieren und Lösungen zu finden.

Problemstellung 2
Bei Fördermaßnahmen von seitens der Politik werden große (mehr als 50 Angestellte)  und kleine Industrie (5 bis 50 Angestellte) und Solo-Selbständige Kreative (keine Angestellten)  gleich behandelt. Das bedeutet in der Konsequenz, dass die große Industrie auf Auslandsmessen häufiger zu sehen ist, als die KMU´s und so gut wie gar keine Solo-Selbständigen Designer. Die beiden letzteren verfügen nicht über das Kapital, die Hälfte aus Eigenkapital finanzieren zu müssen.

Dasselbe gilt für Projekte. Auch hier müssen mindestens 50 % mit Eigenkapital finanziert werden.

Fazit
Hier kann Abhilfe geschaffen werden durch Ausweitung des Förderregelungen von seitens der Politik

Problemstellung 3
Labeldesigner, die eine eigene Marke entwickeln, werden von der KSK wie KMU´s eingestuft, und dem Gewerbe zugeordnet. Sie müssen sich privat versichern.
Dabei wird nicht nach Verdienst eingestuft, sondern pauschal, was sich die meisten nicht leisten können.

Fazit
In der Politik ist hier das Sozialministerium zuständig und mit Ministerin NAhles wird diesbezüglich noch in diesem Jahr ein Gesprächstermin stattfinden.

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