7. KUNST.KULTUR.KONGRESS

für Nachhaltigkeit

KI - SEGEN oder FLUCH ?

Gesellschaftliche Aspekte der Digitalisierung

mit Prof. Dr. Nicholas Müller, Ivo Knahn, Bruno Kramm, Tobias Wüstefeld und Kaja Fröhlich-Buntsel


17. Juni

im Honorine-Saal, Domerschulstraße 1, 97070 Würzburg statt mit Impuls.Vortrag von PROF. DR. NICHOLAS MÜLLER der THWS Würzburg. Er spricht über "Praxisnahe Forschungsprojekte im Kontext der Digitalisierung und von digitalen Technologien über Smart Cities zu nachhaltiger KI".





Prof. Dr. Nicholas Müller

Dr. Gunter Schunk

Ivo Knahn

Tobias Wüstefeld

Kaja Fröhlich-Buntsel

Das anschließende Gesprächs-Podium moderiert DR. GUNTHER SCHUNK, Head of Corporat Communications und Mitglied der Geschäftsleitung der Vogel Business Media GmbH & Co. KG, mit IVO KNAHN, Chefredakteu der Main-Post, TOBIAS WÜSTEFELD, Motion Director und Illustrato Hamburg, KAJA FRÖHLICH-BUNTSEL, 3 Kostümbildnerin und Gewandmeisterin, und PROF.

DR. NICHOLAS MÜLLER.

"KI - SEGEN oder FLUCH? Gesellschaftliche Aspekte der Digitalisierung"


KI kann Prozesse automatisieren und optimieren, treibt Innovationen voran und ermöglicht die Entwicklung neuer Technologien, die das menschliche Leben verbessern können.

Andererseits kann KI zum Verlust des Arbeitsplatzes führen, insbesondere in Bereichen, die routinemäßige Tätigkeiten erfordern, was zu sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen führen kann. Die Frage der ethischen Verantwortung und Kontrolle über KI ist ein wichtiges Zukunftsthema.


Der COUNCIL für KUNST und DESIGN bringt im 7. Kongress für Nachhaltige Entwicklung Menschen und Wissen zusammen, um den Herausforderungen des Klimawandels in diesem Jahrhundert gerecht zu werden und Wege zum nachhaltigen Handeln aufzuzeigen. 


Im Honorine-Saal, Domerschulstraße 1, 97070 Würzburg   

Einlass 18 Uhr - Beginn 19 Uhr - freier Eintritt

Anmeldung für Sitzplatzreservierung über: info@artdesigncouncil.de oder 0176 31268197


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Social Designer Ralph Habich

Social Designer Ralph Habich über Ethische Aspekte im Klimawandel.

Ralph Habich war Teilnehmer des Trialogs bei der ersten Veranstaltung des 7. KUNST.KULTUR.KONGRESS für Nachhaltigkeit und möchte nicht, dass das Thema "von der Agenda verschwindet".

Demokratie als Organisationsform der Konsumgesellschaft?


Sinnstiftendes Gemeinschaftsleben ist am Schwinden. Religionen, politische, gewerkschaftliche und andere Einrichtungen, verknüpfen das Miteinander mit ideellen Werten und tragen zu deren Verinnerlichung bei. So öffnet sich dem persönlichen Leben der überpersönliche Raum. Mit abnehmender Tendenz, seit rund fünf Jahrzehnten.

Konsum ist ein Genuss- und Lust-Generator, der käufliche Momente der Unbeschwertheit in den Alltag trägt. Nur wenige andere Mittel machen es so leicht, das „Mir geht’s doch gut!“-Gefühl zu erzeugen.


Konsumkulte bringen Trends und Stilformen hervor, die eine größere Anzahl Menschen gemeinsam haben. Man teilt gewisse konsumistische Vorlieben, zelebriert sie in sozialen Gesten, Routinen und Ritualen – und stellt so offenkundige Gemeinsamkeiten mit anderen Personen seines sozialen Umfelds her.


Oft kennt man sie nicht, und fühlt sich dennoch als Teil einer Gemeinschaft – die abstrakt ist und das spannungsreiche Auf und Ab lebendiger Beziehungen nicht kennt. So ist Konsum eine besonders belastungsarme Form, sich zumindest die Illusion zu verschaffen, sozial eingebunden zu sein.


Konsum in kultischen Formen ist einer der wichtigsten Produktionsfaktoren der hiesigen der Soziokultur. Er trägt vermutlich mehr zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei – als beispielsweise die Demokratie.

Ist nicht die Konsumgesellschaft unser eigentlicher Lebensraum? Und die Demokratie trägt die administrative Organisation bei?


Fatal ist: Konsum ist einer der stärksten Treiber des eskalierenden Klimawandels. Ergo: Klimawandel und ein – weitreichender – gesellschaftlicher Wandel gehören zusammen.


Wir brauchen einen erweiterten Werte-Fokus.

Mäßigung und antidemokratische Affekte.


Die Senkung von Konsum- und Komfortansprüchen ist eines der wirkungsvollsten Mittel, um Klimawandel und Umweltkrise in noch verträglichen Bahnen zu halten.


Opulente Konsum- und Komfort-Optionen gelten jedoch in wohlhabenden Industrienation als wichtige Kriterien für gute Lebensqualität. In Teilen der Bevölkerung werden heftige Aversionen gegen die geforderten Korrekturen ihrer Lebensweise hochschlagen.


Frustrierende Zukunftsperspektiven diskreditieren in den Augen der Bürger:innen die Parteien, denen sie die Verantwortung für schwere Zeiten anlasten.

Die aktuelle Popularität politischer Extremisten, die antidemokratische Positionen vertreten, werden als ein Vorbote der kommenden gesellschaftlichen Spannungen gesehen.


Jene Kreise der Bevölkerung, die sich gegen die Demokratie wenden, negieren ihre Mitverantwortung an der problematische Klima- und Umwelt-Entwicklung.

Als Unterstützer eines konstruktiven Wandels fallen sie aus; oft sabotieren sie ihn sogar. Die Gesellschaft kann es sich jedoch nicht leisten, dauerhaft auf die Mitwirkung der bisherigen Opponenten hinzunehmen.


Die Folgen, die Klimawandel und Multiple Krise auslösen können, sind so brisant, dass es für eine Demokratie geboten ist, die Lösung auf einen breiten gesellschaftlichen Konsens zu stützen.


Demokratie zeitigen die höchste Flexibilität und Effektivität in der Lösung von gesellschaftlichen Herausforderungen – insofern die Bevölkerung „das Projekt“ als Element ihrer bürgerschaftlichen Mission begreift.

Sinnstiftung durch demokratische Kollaboration im Klimawandel.


Wir brauchen einen erweiterten Werte-Fokus.


Dieser erweiterte Werte-Fokus wäre im demokratischen Koordinatensystem verortet. Das Wertesystem würde dazu beitragen, die gesellschaftliche Kompetenz zur Anpassung an Klimawandel und Multiple Krise stetig zu steigern.


Wenn Bürgerinnen und Bürger und die gesamte Gesellschaft die konstruktive Gestaltung des Wandels als gemeinschaftliche Mission in den kommenden Jahren verinnerlichen, hat sich unsere Demokratie bewährt.


Dafür wäre ein gesellschaftsweiter Diskurs – „Ethik im Klimawandel“?  – einzurichten, der zur werteorientierten Positionierung der soziokulturellen Seite der Demokratie bestimmt ist.

„Ethik im Klimawandel“ sollte Inspiration und Herzstück der Mission zur gemeinschaftlich-demokratischen Gesellschaftsentwicklung werden.

Adressat ist vor allem die Zivilgesellschaft. Sie steht als Gesellschaftssektor für freiwillige, gemeinschaftliche und unentgeltliche Engagements der Bürger:innen für das Gemeinwohl.


Der kontinuierliche Diskurs „Ethik im Klimawandel“ sollte in unsicheren Zeiten, in denen gesellschaftlichen Zusammenhalt geboten ist, Orientierung und Maßstäbe für sinnvolles gemeinschaftliches Handeln bieten.


Leitmotive des Diskurses wären beispielsweise: Verantwortungskultur im Klimawandel. Wechselbeziehung zwischen Individuum und Gemeinschaft. Mündige Bürger:innen. Soziokulturelle Integrationsleistungen. Zukunftsengagement und Gemeinwohl. Soziale Kohärenz durch demokratische Soziokultur.


Impulsgebend wäre ein transdisziplinärer Experten:innen-Diskurs zum Thema, mit  Mitwirkenden aus Philosophie, Anthropologie, Sozialpsychologie u.a.m.


In synchron dazu stattfindenden Partizipationsgruppen würden Bürger:innen ihre Sichtweisen und Erfahrungen unmittelbar aus ihrer Lebenspraxis einbringen.


In iterativen Schritten würden die Gruppen ihre Ergebnisse zusammenführen.


So könnte das Manifest zur „Mission der freiheitlichen Demokratie in Klimawandel und Multipler Krise“ entstehen.

v. l. n.r. Prof. Dr. Dr. h. c. Julian Nida-Rümelin, Prof. Dr. Michelle Becka,

Social Designer Ralph Habich

Der 13. Mai im Audimax: ein großer Abend mit

hochkonzentrierten Gästen für das Thema „Ethische Aspekte im Klimawandel“.

Prof. Dr. Dr. h. c. Nida-Rümelin ließ uns eintauchen in die Gedankenwelt der Ethik und Philosophie für unser Miteinanderleben in Zeiten zerbrechlicher Demokratien, neu entfachter Kriege und den Folgen des Klimawandels.

Sein Einstieg waren die beiden Pfeiler „Demokratie und Ethik“ und wie sie zusammenwirken.Ohne einen mehrheitlichen Konsens auf einer Metaebene kann ein nachhaltiger Umgang des Miteinanders nicht funktionieren. Es braucht eine gemeinsame Abmachung. An anderer Stelle spricht er von der Notwendigkeit eines breiten Flussbettes für Verstehen, Verhalten und eines kulturellen Konsens. Ohne

diese Abmachung könne Demokratie nicht funktionieren und führe zur Spaltung der Gesellschaft und zu Cancel Culture. Offensichtlich funktioniert unsere Kooperationsbereitschaft und ein Solidaritäts-Willen derzeit nicht, wodurch es besonders bei Jugendlichen zu starken Existenz-Ängsten und dem Wunsch zu einfachen Lösungen kommt, was sich wiederum in gelungener Verführung durch Populisten zeigt.

Wir brauchen eine Atmosphäre, ein Feld der Offenheit, die ein Mitgestalten aller Beteiligten ermöglicht. Also behutsames achtsames Hineinhören in die Grundbedürfnisse für ein Zusammenleben, für Haltung, Erleben und TUN.

 

Prof. Dr. Becka spannte den Bogen weiter hinein in die ethische Verantwortung aller für ein Gutgehen aller. Sie betont, dass Fragen der Gerechtigkeit und Solidarität zentral sind, wenn es um den Umgang mit den Herausforderungen des Klimawandels geht. Sie sieht es als essenziell an, Verantwortung auf individueller, staatlicher und unternehmerischer Ebene zu übernehmen, um den Klimawandel wirksam zu bekämpfen. Sie fordert dabei eine aktive Beteiligung der Gesellschaft an diesen Veränderungen und eine stärkere Rolle der internationalen Zusammenarbeit​.

Sie sagt weiter: Aus der Perspektive christlicher Ethik haben wir eine Schöpfungsverantwortung und die Verpflichtung zur Nächstenliebe und Gerechtigkeit. Eine ethische Antwort auf den Klimawandel erfordert daher Solidarität und Unterstützung für diejenigen, die am meisten betroffen sind.

 

Ralph Habich legte den Schwerpunkt auf die soziale und moralische Implikation, die der Klimawandel für gegenwärtige und zukünftige Generationen mit sich bringt. Auch er ist sich mit beiden vorangegangenen Ausführungen einig, dass wir eine moralische Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen haben, um ihnen einen bewohnbaren Planeten zu hinterlassen. Neben der Vermeidung von Emissionen spricht er auch über die Notwendigkeit der Anpassung an unvermeidbare Klimaveränderungen. Hierbei geht es ihm um die ethische Gestaltung von Anpassungsstrategien, die besonders verletzliche Bevölkerungsgruppen schützen sollen. Zum guten Verständnis macht er dies an dem Beispiel der leider nicht gut gelungenen Anpassungsstrategien bei der Wiedervereinigung fest. Hier fehlte durchgehend das Einfühlen in die betroffenen Menschen. Zusammen gefasst sieht er den Klimawandel nicht nur als wissenschaftliches oder politisches Problem, sondern als tiefgreifende ethische Herausforderung für gerechtes und verantwortungsvolles Handeln - individuell und auf globaler Ebene.

 

Solidarität und ethische Verantwortung im Denken und Handeln sind die wichtigsten Parameter für eine Metaebene des Gelingens für gesellschaftlichen Zusammenhalt mitten in den Krisen.

 

Die Zusammenfassung schrieben Mara und Gerd Michel, sowie Christl Kranz und Gerhard Mehler

 

Mit herzlichen

Kultur.Grüßen 

Gerd Michel


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