Zusammenhalt in Vielfalt

Im Umfeld des UNESCO-Welttags der kulturellen Vielfalt beteiligen wir uns in Würzburg vom 19. bis 21. Mai 2026 an dieser Initiative.

Wir:

der COUNCIL für KUNST und DESIGN und der VDMD, führender Berufsverband für Mode, Textil und Home.

Ziel ist die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts

und Sichtbarmachung vo nVielfalt, basierend auf den 15 Thesen der Initiative kulturelle Integration für Zusammenhalt in Vielfalt:

Dienstag, 19. Mai

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wir unsere Gesellschaft aktiv mitgestalten können und welche Rolle die verschiedenen Akteure dabei spielen können.

Wie können wir in einer zunehmend vielfältigen Gesellschaft ein gemeinsames Fundament stärken?

Welche Rolle spielen Werte, Dialog und gegenseitiges Verständnis für ein zukunftsfähiges Zusammenleben?

Der Leitgedanke Zusammenhalt in Vielfalt setzt sich mit den zentralen Fragen eines sozialen und nachhaltigen Miteinanders auseinander. Ausgangspunkt bilden die 15 Thesen der UNESCO, die Impulse für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in pluralen Lebensrealitäten geben.

Nach einem einführenden Vortrag teilen im anschließenden Sofa.Gespräch Vertreter aus Praxis, Kultur und Gesellschaft ihre konkreten Ansätze für mehr Zusammenhalt. Unser Ziel ist es, Vielfalt als Stärke zu begreifen undgemeinsam Wege für ein respektvolles, inklusives und nachhaltiges Miteinander zu gestalten.

CIVIC Design richtet den Blick auf unsere Gemeinschaft: auf öffentliche Räume, soziale Strukturen und das Miteinander in einer zunehmend komplexen Welt. Es geht darum, Menschen einzubeziehen, Teilhabe zu ermöglichen und gemeinsam Lösungen für aktuelle Herausforderungen zu entwickeln – von Nachhaltigkeit über Stadtentwicklung bis hin zu gesellschaftlichem Zusammenhalt. Ausgehend von Ansätzen des Social Design betrachten wir, wie solche Räume initiiert, entwickelt und begleitet werden können – und welche Rolle wir selbst dabei spielen können. Denn gesellschaftlicher Zusammenhalt ist kein abstraktes Konzept, sondern entsteht durch unser tägliches Handeln, unsere Haltung und unsere sprachliche Kommunikation. Analoge Sprache ist dabei nicht wegzudenken. Sie prägt unser Denken, unser Miteinander und unser Verständnis von Zugehörigkeit. Sie kann Brücken bauen, Identität stiften und Teilhabe ermöglichen – oder auch ausschließen.

Kunst wirkt dort, wo reine Argumente oft nicht mehr reichen: auf der emotionalen, symbolischen und gesellschaftlich reflektierenden Ebene. Sie kann Spannungen sichtbar machen, Perspektiven verschieben und neue Formen des Miteinanders erproben. Gerade beim Thema Geschlechtergerechtigkeit - als ein Eckpfeiler unseres Zusammenlebens wird Kunst zu einem wichtigen Motor für gesellschaftlichen Zusammenhalt. DENN: Kunst macht den Gender Gap sichtbar – eindrücklicher als Zahlen.

Die Künstlerin Gloria Keller legt diese Strukturen in ihrer Malerei offen und regt damit gesellschaftliche Debatten an. Sichtbarkeit ist hier der erste Schritt zu mehr Gerechtigkeit. In der Galerie Kunsthaus Michel in Würzburg stellt Gloria Keller die weibliche und die nicht-binären Perspektiven bewusst ins Zentrum und zeigt dadurch ein historisches Ungleichgewicht auf mit dem Ziel der Geschlechtergerechtigkeit.

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG der Künstlerin Gloria Keller in der Galerie Kunsthaus Michel in Würzburg. Gloria Keller bringt durch ihre Kunst Menschen zusammen, unabhängig von Herkunft, Bildung oder sozialem Status. Sie macht Ungleichheit sichtbar, schafft Empathie und eröffnet Räume für Dialog und Veränderung. „Die Welt ist aus den Fugen geraten.

Vertraute Ordnungen verlieren ihre Gültigkeit, Sinnzusammenhänge kippen ins Absurde.“

Durch den interdisziplinären Ansatz mit Gloria Kellers Ausstellung und urbaner Literatur wird das Thema 'Zusammenhalt in Vielfalt' von einer ethischen Forderung zu einer messbaren Design- und Managementstrategie transformiert. Kunst trägt nicht nur zur Debatte bei – sie verändert, wie wir uns selbst und andere sehen. Und genau darin liegt ihr Potenzial für mehr Zusammenhalt in einer vielfältigen Gesellschaft.

Mittwoch, 20. Mai

Sprache und Schrift sind weit mehr als reine Kommunikationsmittel – sie sind zentrale Werkzeuge für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie wirken auf mehreren Ebenen gleichzeitig: Eine gemeinsame Sprache hilft Menschen, sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen. Über Begriffe, Redewendungen und Narrative entsteht ein „Wir-Gefühl“. Schrift verstärkt das, indem sie gemeinsame Geschichten, Werte und Erinnerungen festhält – von Verfassungen bis hin zu Literatur. Wo Menschen sich ausdrücken können, sinkt die Wahrscheinlichkeit von Missverständnissen und Konflikten. Sprache schafft Raum für Dialog, Verhandlung und Kompromiss. Schrift macht diese Prozesse nachvollziehbar und verbindlich – etwa durch Gesetze, Verträge oder öffentliche Debattenbeiträge. Schrift ermöglicht es, Wissen zu speichern und zu verbreiten – unabhängig von Zeit und Ort. Wer lesen und schreiben kann, hat bessere Chancen, sich zu informieren, mitzuwirken und gehört zu werden. Das stärkt demokratische Prozesse und soziale Gerechtigkeit.

Eine besondere Veranstaltung mit Yona-Dvir Shalem, Dichter, Übersetzer und Theologe (Doktorand an der Radboud-Universität in Nijmegen, Niederlande). Schon einmal hat er mit seinen Veranstaltungen im August 2024 im Kunsthaus Michel gezeigt, wie ein Miteinander zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen möglich ist. „Es gibt noch ein Licht aus Erinnerungen: Displacement".

Wasser ist immer das, was uns Menschen verbindet - jene, die am Mittelmeer leben, am Main oder an anderen

Flüssen der Welt (mit Stimmen u. a. auf Hebräisch, Arabisch und Deutsch) - die in einem großen Wasser zusammenfließen. Wer dabei sein möchte, bringt bitte Wasser mit: wenn möglich aus dem eigenen Wasserhahn zu Hause im Glas, in der Flasche oder in einer anderen Form.

Der Dichter Yona-Dvir Shalem bringt multidisziplinäre KünstlerInnen aus verschiedenen Kulturen zusammen – nicht um sie einzuebnen, sondern um die Unterschiede zu feiern. KünstlerInnen verschiedener Herkunft zeigen, dass ein Miteinander möglich ist: es geht doch anders, auch wenn wir verschieden sind.

Donnerstag, 21. Mai

Austausch zwischen dem COUNCIL für KUNST und DESIGN, dem BBK und dem VDMD zum Thema: was triggert engagierte Designende und Kunstschaffende? Warum wir Ehrenämter angenommen haben und der VDMD seit 40 Jahren Designende unterstützt. Hier wird der Bogen zum bürgerschaftlichen Engagement geschlagen. Wir haben Antworten abgefragt: „Ich engagiere mich ehrenamtlich, weil gesellschaftliche Veränderungen oft dort entstehen, wo Betroffene, Fachleute und Zivilgesellschaft aktiv werden und politischen Druck aufbauen.“

„Ehrenamt ist für mich ein direkter Weg, Themen aus der Praxis in politische Entscheidungsprozesse zu übersetzen.“ „Viele gesellschaftlich relevante Themen werden politisch zu langsam oder unzureichend aufgegriffen – ehrenamtliches Engagement hilft, diese Lücke zu schließen.“ „Ich sehe im Ehrenamt die Möglichkeit, reale Bedarfe sichtbar zu machen und in politische Prozesse einzubringen.“

Die Integration lokaler internationaler Gastronomie als lebendiges Beispiel für gelungenes Local Branding. Wir untersuchen, wie kulinarische Räume als universelle Sprache des Vertrauens fungieren. Wie gestalten wir Räume für interkulturellen Dialog? Warum ist zivilgesellschaftliches Engagement der „Klebstoff“ unserer Wirtschaft? Wir möchten Theorie in erlebbare Praxis verwandeln. Unsere Vision ist es, die internationale Gastronomie unserer direkten Nachbarschaft in der Semmelstraße Würzburgs aktiv in das Forum einzubinden. Lokale Gastronomen bringen ihre „Signature Dishes“ als Verkostung mit. Für die Teilnehmer entsteht so ein „Experience Design“ der besonderen Art: Networking findet nicht am klassischen Buffet statt, sondern durch das Entdecken fremder Kulturen direkt vor der Haustür. Kulinarik als Brückenbauer.

GROSSSTADT-LITERATUR „großraumdichten & kleinstadtgeschichten“

Das ist Bühnen-Poesie und Neonlyrik, das sind poetische und satirische Kurzgeschichten, Spoken-Word-Texte und

andere Künste, das ist die Würzburger Lesebühne. Die Autorinnen Pauline Füg und Ulrike Schäfer, beide Kulturförderpreisträgerinnen der Stadt Würzburg, präsentieren zusammen mit dem Bühnenpoeten Tobi Hegel ihre neuesten Werke und laden als Gäste KünstlerInnen aus der Region und dem gesamten deutschsprachigen Raum zu einem gemeinsamen Programm auf die Bühne, das von literarischen Kurzgeschichten bis Slam Poetry und von Klassik bis Rap reicht. Erklärtes Ziel ist es, mit diesem außergewöhnlichen Profil ein breites Publikum zu begeistern von Alt bis Jung und von BesucherInnen klassischer Lesungsformate bis zu FreundInnen der Popkultur.

Gäste der Frühjahrs-Lesebühne sind der Stuttgarter Autor 

Moritz Heger und die Singer-Songwriterin Shaegi.

Für diese Veranstaltung 10 € Kulturbeitrag.

Weitere Infos auf www.grossraum-kleinstadt.de. Literaturhaus Würzburg die Würzburger Lesebühne